Lebensführung & Rhythmus

Dankbarkeit üben

Vieles, was wir zum Leben brauchen, wird erst sichtbar, wenn es fehlt. Das kann ein gesunder Körper sein, der dich durch den Tag trägt oder eine Nacht, in der du erholsam schlafen konntest. Dankbarkeit üben heißt genau hier anzusetzen: bei dem, was längst da ist, aber selten dankbar wahrgenommen wird.

Oft warten wir mit Dankbarkeit auf die großen Ereignisse, wie den Traumjob oder die wahre Liebe. Dabei geschieht das Leben meistens dazwischen und wir nehmen es kaum wahr.

Dankbarkeit und Achtsamkeit: Zwei Seiten derselben Haltung

Du darfst dankbar sein, obwohl diese Welt ungerecht ist. Dankbarkeit und Mitgefühl sind keine Gegensätze dazu, das Leid und den Schmerz der Welt mit offenen Augen anzuerkennen. Im Gegenteil. Wer die Wunder des Lebens und die Schönheit nicht mehr wahrnehmen kann, verliert irgendwann auch einen Teil seiner Fähigkeit, das zu sehen, was einem wichtig ist.

Genau hier zeigt sich, wie eng Dankbarkeit und Achtsamkeit miteinander verbunden sind: Beide setzen voraus, dass wir bewusst auf das hinschauen, was schwer ist und auf das, was trägt. Dankbarkeit verändert wahrlich nicht die Welt aber sie verändert unseren Blick auf sie und unseren Umgang mit ihr.

 

Die Welt ist schön und schwer zugleich

Dankbarkeit erinnert uns daran, dass das Leben nie nur aus Mangel besteht. Dass zwischen all den Schlagzeilen, der Reizüberflutung und der Ohnmacht immer noch Menschen füreinander kochen, Kinder lachen, die Natur gedeiht und irgendwo jemand gerade zum ersten Mal verliebt ist.

Die Welt war nie nur grausam. Und sie war nie nur schön. Sie ist beides. Dankbarkeit beginnt genau dort, wo diese Ambivalenz ausgehalten wird.

Ich habe zwei Fragen an dich. Wofür bist du heute dankbar? Und was übersiehst du vielleicht gerade, weil es so selbstverständlich geworden ist?

 

 

Was Dankbarkeit mit Resilienz zu tun hat

Wer regelmäßig übt, dankbar zu sein, stärkt damit seine Resilienz – die Fähigkeit, mit Rückschlägen, Unsicherheit und schweren Zeiten umzugehen, ohne den Blick fürs Ganze zu verlieren. Dankbarkeit nimmt dem Leben nicht seine Schwere. Aber sie gibt dir einen festeren Boden, von dem aus du ihr begegnen kannst.

Ich bin dir dankbar, dass du dir gerade Zeit für meine Gedanken nimmst, dass du liest, mitdenkst und mitfühlst. Und wir dadurch gerade ein kleines Stück unseres Lebens miteinander teilen.

Deine Nikola

 

 

Fazit
Ich wünsche dir, dass du dir die Fähigkeit bewahrst, das Schöne zu sehen, ohne das Schwere zu verleugnen.
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Nikola Kattner
Pädagogin, Breathwork-Trainerin, Sportwissenschaftlerin
29. September 2026 Min. Lesezeit
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„Wir alle tragen eine ungezähmte, unerschütterliche Kraft in uns. Doch den Zugang zu ihr haben wir viel zu lange verschüttet. Zeit, ihn wieder freizusprengen.“

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